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Kippbilder: Necker-Würfel und Rubinsche Vase erklärt

Bei Kippbildern kann dasselbe Bild auf zwei Arten gelesen werden. Am Necker-Würfel und an Vase und Gesichtern lernst du Tiefe und Figur-Grund-Wechsel kennen.

Es gibt nicht immer nur eine richtige Antwort

Bei einer Täuschung über Längen kannst du messen und bekommst eine Antwort. Beim Necker-Würfel lässt sich dagegen allein aus den Linien nicht entscheiden, welche Fläche vorne liegt. Es gibt keine Schattierung und keine verdeckten Linien, deshalb passen mehrere räumliche Deutungen zur selben Zeichnung.

Liest du die eine Fläche als vorne, liegt die andere hinten. Lenkst du die Aufmerksamkeit auf eine andere Fläche, kann die Ansicht kippen. Wie schnell sie kippt und welche Richtung dir leichter fällt, ist kein Punktwert für irgendeine Fähigkeit.

Bewegung beeinflusst auch die Drehrichtung

Beim Kippenden Drehring und bei den Drehenden Punktkörpern hängt der Eindruck der Drehrichtung an der Tiefendeutung. Wenn Vorder- und Hinterseite vertauscht dieselbe Bewegung in der Ebene ergeben, kannst du beim bloßen Zuschauen keine Richtung festlegen. Dass etwas räumlich wirkt, heißt nicht, dass auch die Ausrichtung im Raum eindeutig ist.

Wenn Figur und Grund die Rollen tauschen

Bei Vase oder Gesichter ändert sich weniger die Tiefenrichtung als die Frage, auf welcher Seite du das Objekt siehst. Fasst du die weiße Fläche in der Mitte zusammen, siehst du eine Vase. Fasst du die schwarzen Flächen links und rechts zusammen, siehst du zwei Profile, die sich ansehen. Dieselbe Grenze arbeitet in beiden Deutungen mit.

Die Auflösung hilft beim Deuten

Wenn du Konturen oder Flächen farbig hervorhebst, wird eine Lesart leichter sichtbar. Damit hast du aber keine einzige richtige Antwort im Bild gefunden. Nimm die Hervorhebung weg und probiere, ob du zu beiden Lesarten zurückfindest. Das ist eine Art, Täuschungen zu genießen, bei der es nicht nur ums „Richtigstellen“ geht.

Quellen: Erklärung zum Necker-Würfel, Lehrmaterial des Hanover College zu Figur und Grund.

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