Nicht nur die Enden ansehen, sondern das Ganze
Bei der Hering-Täuschung wirken zwei Geraden über strahlenförmigen Linien nach außen gewölbt. Die waagerechten Positionen der dicken Linie stehen fest. Wenn sich der Formeindruck trotzdem ändert, mischen sich Richtungsinformationen aus der Umgebung der Linie in das Urteil.
Den Hintergrund austauschen
Die Wundt-Täuschung verwendet fächerförmige Linien von links und rechts. Wechsle zwischen ihr und Hering hin und her und vergleiche, ob sich die Mitte nach außen weitet oder nach innen zieht. In beiden sind die Objekte parallele Gerade. Um den Unterschied im Aussehen zu prüfen, hilft es, nicht nur auf die Farben der Auflösung zu achten, sondern auch den Zustand ohne Hintergrund anzusehen, indem du die Vorrichtung ausblendest.
Auch Kacheln lassen Linien schief wirken
Bei der Café-Wall-Täuschung sind schwarze und weiße Kacheln zeilenweise versetzt. Auch wenn die grauen Fugen schräg wirken, ist jede Fuge waagerecht. Helligkeit und Dicke der Fugen sind Bedingungen der Erscheinung, daher kann schon das Ändern der Farbe als Dekoration den Effekt abschwächen.
Bei der Zöllner-Täuschung liegen kurze Schrägstriche über langen Linien. Beobachte, ob die parallelen langen Linien sich zu öffnen und zu schließen scheinen. Statt für alle Winkeltäuschungen eine einzige Ursache zu behaupten, ist es ein guter Ausgangspunkt, Objekt und Hintergrund zu trennen und zu sehen, was das Urteil beeinflusst.
Lineal und Aussehen haben verschiedene Rollen
Legst du ein Lineal an den Bildschirm, kannst du die Koordinaten prüfen, doch der Eindruck verschwindet dadurch nicht unbedingt. Wenn du trennst, dass du etwas geometrisch als gleich weißt und dass es gleich aussieht, lohnt sich das Ausprobieren auch nach der Auflösung noch.
Quellen: Erklärung zu Hering, Erklärung zu Wundt.



